DRUMMER  I  AUTOR  I  PRODUZENT

S V E N   I C E   E H R H A R D T

Der Spitzname "ICE"

 

Diesen übrigens verdankt Ehrhardt einem "Vanilla Ice T Shirt",  dass er damals offensichtlich ziemlich häufig trug, während seiner Abiturzeit am Humboldt Gymnasium in Nordhausen.

 

Der Start ins Profilager

 

Ehrhardt erinner sich: "Mit 20 hatte ich damals das Glück, mit meiner Band einen Plattenvertrag zu unterschreiben, beim Plattenriesen BMG Ariola. Wir hatten ein richtiges Management, Fernsehauftritte, grosse Bühnen, Airplay- die volle Palette eben. In dieser Zeit lernte ich u.a. "Klaus Lage" oder "Lothar Krell" kennen, damals meine ersten Erfahrungen als Drummer im "Profilager".

 

Es "Moellert"

 

Ehrhardt studierte parallel an der "Future Music School" in Aschaffenburg. Der dort für ihn wertvollste Unterricht war bei "Claus Hessler" und ebenso bei Ehrhardt's deutschem Drummer- Idol "Dieter Steinmann". Später bekam er u.a. Unterricht bei der Drummer- Legende "Jim Chapin". Ehrhardt's Traum, die "Moeller Technik" quasi aus erster Hand zu lernen, wurde wahr.

 

Die harte Trommel

 

Sven ICE Ehrhardt's Leidenschaft zur "harten Trommel", dem Marching und Military, begann im Alter von 9 Jahren in einem Fanfahrenzug. Ehrhardt erzählt emphatisch: "Marschinstrumente und deren Spieltechniken faszinieren mich bis jetzt extrem. Ich trainiere immernoch täglich um mich weiterzuentwickeln.

 

Ach ja, da diesen Titel bis jetzt noch niemand für sich beansprucht hat, werde ich diese Bürde gern auf mich nehmen und mache es hier offiziell:

 

Sven ICE Ehrhardt - der beste Marching Snare Drummer Deutschlands."

 

Ehrhardt lacht und fügt hinzu: "Nein, jetzt mal ernsthaft: ich möchte dazu beitragen, dieses Gebiet populärer zu machen, mich einbringen und sozusagen Pionierarbeit leisten. Man wird da in Zukunft noch so einiges von mir hören und sehen. Diese Art Drumming ist sehr zeitintensiv. Du brauchst Disziplin und musst einen Haufen Zeug üben, das du am Drumset niemals brauchen wirst. Für die meisten Drummer kommt zusätzlich erschwerend die traditionelle Stockhaltung hinzu. Es ist eine ganz andere Welt. Hierzulande fristet Marching eher eine Art Schattendasein. In den Staaten ist das schon immer so etwas wie "Volkssport", dafür können die eben nicht so gut Fussball spielen (Ehrhardt lacht). Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, trainiere ich mit meiner Frau Yvonne in den USA, quasi im "Herzen der Drumline".

 

Ehrhardt spielt den Click tot

 

"Ich habe mich schon immer sehr intensiv mit Timing beschäftigt und hart trainiert. Präzision ist für mich das Mass aller Dinge. Dein Boss im Studio ist das Metronom. Ich wurde damals in Studios teilweise noch auf Bandmaschinen aufgenommen. Da musst du super tight sein und die Songs von vorn bis hinten ohne Fehler spielen, Jeder Rimshot muss denselben Pegel haben. Becken konnte man nachträglich nicht schneiden. Editieren war damals noch so etwas wie ein Fremdwort. Drummer- Legenden wie "Curt Cress" wissen ganz genau wovon ich hier spreche. "Dieter Steinmann" war für mich in der Beziehung ein Idol.

 

Es strengt mich nicht an, den Click "tot zu spielen",  "on top" oder "laid back" zu trommeln. Alle Tonstudios in denen man mich aufnimmt, sollten mich irgendwann wieder anrufen. Das ist auch passiert. Wenn du "first takes" spielen kannst, sparst du dem Auftraggeber enorm viel Zeit und Geld. Auf meiner DVD "Drums Total" habe ich diesem Thema ein ganzes Chapter gewidmet."

 

Was bitte ist ein "Walkman" ?

 

Der "Drummer mit dem Basecap" wuchs in jener Zeit auf, wo man Songs noch aus dem Radio auf einer Kassette aufgenommen- und dann auf einem Walkman gehört hat. Ehrhardt erklärt: "Wenn du die Band nicht innerhalb der ersten 2 Takte am Sound der Produktion erkannt hast, war es schon zu spät für die "Record Taste". Ich wusste irgendwann ganz genau wie z.B. der "Roland TR-909" klingt."

 

Die Konserve

 

So entwickelte sich Ehrhardt's Interesse an elektronischen Sounds und Samplern. Ehrhardt erzählt: "Mein Timing und meine Kenntnisse im elektronischen Bereich hatten sich scheinbar rumgesprochen (lacht). Als mich "Peter Pulfer" vom RECORDING MAGAZIN anrief (P.S. Danke für dein Vertrauen, Peter ! ) und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte einige Berichte über Drumprogramming, Tuning, Filtersounds etc. zu schreiben, konnte ich einfach nicht widerstehen. Angedacht war auch eine Staffel für die Zeitschrift "DRUMHEADS" (vielen Dank Christian Wenzel ! ). Da diese Zeitschrift aber damals noch sehr neu war, entschieden wir uns dann aus kommerziellen Gründen doch für weniger "spezielle" Themen, wie Equipment, Drumsticks und Timing. Die Zielgruppe war eben auch jünger und da war das genau die richtige Entscheidung. Auch auf der Bühne arbeite ich z.B. mit "Ableton Live". Wenn du Pop Acts begleitest, musst du zwangsläufig auf Sampler spielen."

 

Ehrhardt's geheime Leidenschaft für Physik blitzt durch:

 

Ehrhardt erzählt: "In Physik habe ich damals doch ausnahmsweise mal aufgepasst (lacht), danke für diesen sensationellen Unterricht, Herr "Mehler"- das meine ich jetzt wirklich ernst!"

 

Gemeinsam mit einem Holzspezialisten entwickelte Ehrhardt die Drumsticks quasi "neu". Sie nennen diese damals selbst "die schnellsten Sticks der Welt". Ehrhardt's Spitzname wurde Namensgeber dieser Stöcke.

 

"Wir haben damals eine bahnbrechende Entwickling gemacht, "Mister Drumstick" persönlich "Everett J. "Vic" Firth wollte mich kennenlernen. Es war unglaublich. Ich habe mich damals ebenso um das Endorsement gekümmert und wir hatten nahezu alles unter Vertrag, was "Rang und Namen" hat - liebe Grüsse u.a. an "Herbert Grönemeyers Motor" Armin Rühl und "Gomezz" (Reamonn), zwei Ausnahmedrummer, die seit der ersten Stunde dabei waren.

 

Der Gott und der Papst

 

"Heinz Kronberger" (Drums & Percussion), ich nenne ihn ehrfürchtig "Gott", hat uns damals beim Drummer Meeting in Salzgitter mit offenen Armen empfangen und sehr unterstützt. Es kommt nicht oft vor, loyale Menschen wie Heinz kennenzulernen oder eben "Manni von Bohr", für mich übrigens völlig zu recht der "Papst" der deutschen Drummerszene.

 

Alle profitieren

 

Viele dieser Kontakte bestehen bis heute. Ich bin stolz das man mich in Sachen Equipmententwicklung so häufig nach meiner Meinung fragt. Das macht gutes Endorsement aus. Alle profitieren. "Remo Belli" schenkte mir damals sogar ein "Remo Gold Crown" Drumkit zu Beginn meiner DVD Produktion "Drums Total" (Leu Verlag) in Zusammenarbeit mit "Tony Liotta". Ich bin einer der wenigen deutschen Drummer, die ihr Endorsement direkt bei REMO in den USA haben. Sowas ist nicht selbstverständlich. Ich bin sehr dankbar für soviel Vertrauen.

 

Der frühe Vogel...

 

Im Moment arbeiten meine Frau und ich immernoch an der englischen Ausgabe meines Lehrbuchs "Früh übt sich". Es richtet sich an Anfänger, Kids oder Menschen mit Handicaps. Ich arbeite seit vielen Jahren intensiv mit Kindern, die Behinderungen haben. Es macht unglaublich Spass. Diese Kids nehmen Musik sehr eigen und besonders intensiv wahr.  Auf diesem Gebiet tätig sein zu dürfen liebten "Remo Belli" und ich gleichermassen.  R I P  Remo."

Sven "ICE" Ehrhardt

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